Freitag, 11. Mai

Veröffentlicht auf von Marie

Er ist da! Mein wunderbarer Göttergatte hat ein freies Wochenende und ist am späten Nachmittag hier angekommen. Der Vormittag verlief kliniktypisch mit Chefarztvisite (Schmerzmittel, schonen, kühlen), Hydrojet, Krankengymnastik und hintendran Gerätetraining. Warum hier bislang nicht einmal die Enspannung nach der Anstrengung kommt, erschließt sich mir nicht. Die Bälle-weg-Esoterik-Dame hat mir sehr effektiv die Hüfte eingerenkt, während sie wenig sensibel über die Waldorfschulen hergezogen ist. Ohren zu und genießen, was sie mit den Händen anstellt! Unnötig zu sagen, dass ich hinterher statt Geräten lieber die Matte vorgezogen habe und etwa eine Stunde ein paar sanfte Pilates-Übungen gemacht habe. Und dann war er schon da!

Abends haben wir in einer verträumten Wirtschaft am Weserufer Spargel gegessen. Meine etwas entwöhnten Geschmacksnerven haben mit der Kombination von Spargel, Rucola und Erdbeeren schiere Orgasmen erlebt. Dann sind wir durch den Ort gelaufen. Dieser hatte in der Vergangenheit kurzzeitig eine gewisse Bedeutung – mit Betonung auf „vergangen“ und „kurzzeitig“. Das überraschend große Binnenhafenbecken hat sanft geschwungene Linien und um das Becken herum gruppieren sich etliche barocke Bauten, die als Ensemble in dieser Form konzipiert sind und das Auge mit einem wunderbar geschlossenen Gesamteindruck erfreuen. Ein Juwel! Leider ist noch längst nicht alles restauriert; an vielen Bauten bröckelt der ehemals weiße Putz und aus manch offener Tür, durch die früher Kutschen ins Innere fuhren, dringt heute modriger Geruch. Etliche Wohnungen und Geschäfte sind leer und allenthalben begegnet man Schildern, dass Wohnungen zu vermieten und Geschäfte zu verkaufen seien. Inzwischen hat man sich besonnen und große Sanierungsmaßnahmen gestartet. Ein Yachthafen soll daraus werden mit entsprechender Infrastruktur. Es wäre zu wünschen, dass dieses mittlerweile sehr ramponierte Juwel vor dem endgültigen Verfall bewahrt werden könnte. Lohnenswert wäre es. Das Alles zu zweit zu genießen, machte es um das Vierfache schöner. Mindestens!

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