Donnerstag, 10. Mai, Himmelfahrt

Veröffentlicht auf von Marie

Heute ist so gar nichts los. Die letzten Stunden schönen Wetters – für heute Nachmittag ist eine Regenfront angekündigt, die dem frühsommerlichen Sonnenschein ein Ende bereiten soll – genieße ich wandernd. Den morgendlichen Kopfschmerzen tut es gut und das Knie benimmt sich heute auch recht anständig. Ich plane per App eine Route, aber schon an der zweiten Abzweigung kommen mir Zweifel: der zu gehende Weg sieht fatal wenig vorhanden aus. Also ändere ich meine Strategie und beschließe, einfach einem ausgeschilderten Wanderweg und den entsprechenden farblichen Markierungen zu folgen. Das wird schon irgendwie hinhauen. Etwa eine Stunde bin ich unterwegs, teils recht steil im Gelände, dann erreiche ich einen wundervollen Aussichtspunkt, der etwa 150 Meter über der Weser liegt. Unterwegs bin ich absolut niemandem begegnet – nicht das Schlechteste, wenn plötzlich das Bedürfnis besteht, die Hose inwändig von Krabbelgetier zu befreien. Meine Gipfelbrotzeit wird jäh unterbrochen durch auffrischenden, recht kühlen Wind. Auch die Wolken, die zunächst schlicht diesig schienen, verdichten sich immer mehr. So begebe ich mich durch einen lichten Buchenwald und entlang sprudelnder Bäche wieder zurück.

Das Mittagessen (trockene und garantiert fettfreie Nudeln) findet in lustiger Runde statt. Inzwischen sind wir ein eingeschworenes Team; andere Insassen des Hauses fragten sogar, ob wir eine Reisegruppe seien, die den Aufenthalt als gemeinsamen Urlaub gebucht hat. Wir wirken wohl ein wenig wie ein Kegelclub. „Frohsinn bis zum Umfallen“ oder so.

Einen sehr fröhlichen Latte Macchiato später bin ich so erschöpft, dass ich das aufkommende Regenwetter mit in der Ferne grollenden Gewittern gemütlich lesend vom Bett aus betrachte. Als raffiniert gewordener Selbstversorger schenke ich mir das Abendessen und ersetze es durch leckere Dinge. Einfach nur Chillen tut auch mal gut.

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