6.5.2014, Dienstag, Anreisetag

Veröffentlicht auf von Marie

Ankunft um 12.15 Uhr nach einer halbstündigen Busfahrt vom Eisenacher Bahnhof durch den schönen Thüringer Wald. Viele Kurven, entsetzlich viel Landschaft, ab und zu ein winziges Dorf mit nur einer Haltestelle „Linde“. Teilweise heißt die zentrale Dorfstraße noch Karl-Marx-Straße.

Erster Eindruck von der Klinik: groß. Lange Schlange an der Anmeldung, aber gut organisiert. Man sagt seinen Namen und während alles vorbereitet wird, geht man erst einmal zum Essen. Auch dort: gute Organisation. Das vegetarische, laktosefreie Essen entpuppt sich als Fisch in Sahnesauce, aber warum soll das hier anders sein als überall sonst in Deutschland? Meine Mutter denkt genauso.

Dass alles extra kostet, war schon dem Hausprospekt zu entnehmen. Ich bestelle Telefon, Fernsehen und Internet. Leider sind die W-Lan-Module ausgegangen und der Internetpoint für die Gäste ist auch außer Betrieb. Man wird sich dann melden, wenn ein Modul frei wird. Na prima!

Die Zimmer sind großzügig und freundlich. Auch die Krankenschwester, die das Aufnahmegespräch führt, ist sehr nett. Der vorläufige, vorbereitete Therapieplan enthält ab dem nächsten Tag zwei Vorträge täglich, aber sonst noch nichts. An diesem ersten Tag habe ich sonst nichts zu tun. Rausgehen und spazieren gehen kann ich nicht, also hänge ich so auf meinem Zimmer herum.

Die Essenszeiten sind großzügig: Abendessen zwischen 17.30 und 19 Uhr. Gut, hatte ich doch schon Angst, abends hungrig ins Bett zu gehen. Um 18.30 Uhr gehe ich in den Speisesaal – und mich empfängt am Buffet gähnende Leere. Das letzte Brötchen wird mir vor der Nase weggeschnappt – der große, muskulöse Kerl braucht es wohl dringender als ich. Ein paar kümmerlich trockene Scheiben Brot und wenige Teile Restaufschnitt – nichts davon vegetarisch oder laktosefrei. Dazu Pfefferminztee. Gut, dass ich von der Zugfahrt noch ein belegtes Brot übrig habe. Auch mit Müsliriegeln hat mein liebender Gatte mich üppig versorgt.

Abends kommt die Chefärztin vorbei, extrem nett, nimmt sich eine halbe Stunde Zeit und findet auch mit zielsicherem Blick die Schwachpunkte an meiner Wirbelsäule. Für das Knie empfiehlt sie Coolpacks und gegen Kopfschmerzen Pfefferminzöl. Als sie geht, ist es leider zu spät, um noch ins Schwimmbad zu gehen.

Mit recht positivem Gefühl gehe ich ins Bett. Mal sehen, was auf mich zukommt.

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