24.5.2014, Samstag

Veröffentlicht auf von Marie

Und noch so ein Tag. Aber ich denke positiv und übe mich gegen die anschleichende Migräne in der Anwendung des Gelernten: ich atme „Baum“, und noch einen Baum, weitere Bäume, einen ganzen Wald. Hilft nicht. Ich gehe hinein in den Schmerz, umgrenze ihn, umzäune ihn, versuche, ihn kleiner werden zu lassen. Hoffnungslos. Ich probiere es eine Stunde lang mit Bewegung im Fitnessraum. Ich trinke Wasser. Es wird immer schlimmer. Dann greife ich zur geballten Chemie. Hilft.

Der liebende Ehemann meldet sich stündlich mit zunehmender Sorge, will für ein paar Stunden kommen, aber es geht auch so. Zum Mittagessen (Gemüsesuppe mit zerkochten Nudeln und sämtlichem Gemüse aus der Dose) gehe ich runter. An unserem lustigen Tisch wird erzählt, dass am gestrigen Abend die ganze Truppe sehr fröhlich – und pünktlich zur Schließzeit - nach einem Besuch in der hiesigen Gastronomie zurückkam. Man ging in den Clubraum; darum wird ja ausdrücklich gebeten. Prompt kam jemand vom Personal und hat angedroht, Alkoholtests durchzuführen, wenn nicht alle umgehend auf ihre Zimmer verschwinden. Letzteres war dann das eindeutig kleinere Übel.

Draußen gewittert es inzwischen heftig und regnet schon wieder. So beschließe ich, den Nachmittag im Bett zu verbringen und bin gänzlich unmotiviert, mich irgendwie in irgendeiner Form zu engagieren. Ich habe entsetzliches Heimweh.

Auf meinem Tisch liegt ein weiterer Fragebogen, den ich bitte ausfüllen möge, ein Fragebogen zur Patientenzufriedenheit. Auf 6 Seiten soll ich zu allen Bereichen Kreuzchen setzen. Kurzentschlossen werde ich kreativ, lasse den Bogen leer und füge ein Blatt an: „Nein! Diesen Fragebogen fülle ich jetzt nicht mehr aus!“ Auf meinen dringenden Wünsche und Bedürfnisse ist man nicht eingegangen in der Zeit, als ich hier war. Warum fragt man dann nach meiner Meinung, wenn ich gehe? Wird sich etwas ändern? Werde ich davon etwas haben? Also, wofür dann den Aufwand betreiben.

Allmählich verschwindet die Migräne. Der Abend wird wider Erwarten gemütlich. Einfach so ziellos im Bett abzuhängen, lesen, fernsehen, etwas schreiben, das entstresst sicher total. Den Detensor schenke ich mir. Das Schwimmbad auch. Ich will nur noch nach hause.

Morgen wird’s besser. Versprochen!

Veröffentlicht in Migraene

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